Bericht zum Besuch bei der Leitstelle für Informationstechnologie der sächsischen Justiz (LIT) am 28.09.2020 in Dresden

28. September 2020
  • Gespraech mit der LIT am 28.09.2020 - Bild01
    Foto: © VSR
    Frau Glausch (Leiterin der LIT) und Tanja Grundmann (Vorsitzende)

In diesem Jahr besuchten wir (Tanja Grundmann, Sandro Lohse und Thomas Schneider) als Mitglieder des Vorstandes unseres Vereins erstmals die LIT am Standort Bautzner Straße 19a in Dresden.

Dort wurden wir von deren Leiterin Frau Claudia Glausch und der Geschäftsleiterin Christiane Thonig herzlich begrüßt.

Für unser Gespräch hatten wir uns vorgenommen, in Erfahrung zu bringen, welche Bedeutung wir Rechtspfleger für und in der LIT haben. Wir interessierten uns auch dafür, wie sich die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Kollegen nach der Transformation der LIT in eine eigenständige Behörde darstellen.

Im Rahmen unseres sehr angenehmen Gesprächs konnten wir erfahren, dass die bei der LIT tätigen 55 Rechtspfleger etwa ein Viertel des dortigen Personals stellen. Deren Arbeit wird sehr geschätzt und hoch bewertet, da sie konzeptionelle und projektbezogene Arbeiten in Zusammenarbeit mit Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie externen Dienstleistern erledigen. Aus diesem Grunde setzt die LIT auf erfahrene Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger, die die Arbeitsabläufe in den Gerichten und Staatsanwaltschaften kennen und in der Lage sind, diese Abläufe den Entwicklern der Fachanwendungen zu übersetzen sowie diese Anwendungen in Tests auf ihre Praxistauglichkeit zu durchleuchten.

Wie alle Gerichte und Staatsanwaltschaften ist es auch für die LIT nicht immer leicht, das gewünschte Personal zu gewinnen. Frau Glausch und Frau Thonig wiesen jedoch darauf hin, dass trotz der Bemühungen, in Dresden alle Standorte zu vereinen, die speziellen Aufgaben der LIT es zulassen, auch dezentral zu arbeiten, sodass die Außenstandorte bei den großen Gerichten noch länger bestehen bleiben werden. In diesen Zusammenhang sind bei der LIT auch die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens größer, als in anderen Bereichen.

Die E-Akte und das Gemeinsame Fachverfahren (GeFa) werden für die LIT nach Aussagen ihrer Leitung in den nächsten Jahren große Herausforderungen für ihre Mitarbeiter darstellen. Denn durch die gesetzlichen Vorgaben ist die E-Verfahrensakte bis zum 01.01.2026 in allen Gerichten und Staatsanwaltschaften einzuführen. Parallel dazu sind die aktuellen Fachverfahren (forumSTAR, web.sta,…) weiter zu pflegen und auch hier wird noch an Weiterentwicklungen gearbeitet. Im Bereich der Datensicherheit hat die LIT ebenso große Verantwortung, dieses Thema wird mit der fortschreitenden Digitalisierung an Bedeutung zunehmen. Vielleicht haben wir das etwas im Blick, wenn wir uns nach einem Update ärgern, dass nicht alle Funktionen, wie bisher gewohnt, zur Verfügung stehen.

 

Tanja Grundmann, Sandro Lohse und Thomas Schneider

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